30 Jahre Industrieservice Radewig

30 Jahre Industrieservice Radewig (ISR)
Ein besonderes Unternehmen feiert Jubiläum

Das Team des Industrieservice Radewig

Der Industrieservice Radewig blickt auf sein 30jähriges Bestehen und eine gelungenen Entwicklung in der Behindertenarbeit zurück.

Herford – als Modellregion der Psychiatriereform – holte in den 80er Jahren psychiatrische Langzeitpatienten aus den Landeskrankenhäusern, bot ihnen in ihrer Heimat Wohnungen mit Betreuung und einen begleiteten Arbeitsplatz an. Damals, vor 30 Jahren, startete eine kleine Gruppe mit 12 psychisch behinderten Menschen in Sundern. Kurze Zeit später wechselte man in die Hauptwerkstatt an die Ackerstraße 31. Dort wurde die erste Abteilung für psychisch kranke Menschen in Herford gegründet und schon bald musste man dem stetig steigenden Bedarf an Arbeitsplätzen Rechnung tragen. Mit der Entwicklung der Psychiatriereform aus den 70ern trug man auch in der Lebenshilfe der Tatsache Rechnung, dass die Begleitung und Förderung psychisch erkrankter und geistig behinderter Menschen unterschiedliche Hintergründe und Bedürfnisse abdecken muss.

Durch den Landschaftsverband Westfalen Lippe als Hauptkostenträger wurden damals zunächst nur 45 Plätze bewilligt. Mit dem Erwerb eines Fabrikgebäudes am Jöllenbecker Weg wurden 1987 die ersten spezifischen Arbeitsräume für psychisch erkrankte Menschen in Eigenregie renoviert und fertig gestellt.

Der ISR ist eine wichtige Betriebsstätte der Herforder Werkstätten, deren Gesellschafter die Lebenshilfe Herford ist. Nicht nur die betrieblichen und produktionsbezogenen Aufträge der heimischen Wirtschaft stellen erhöhte Ansprüche an die Mitarbeit der Beschäftigten und an das Personal. Auch inhaltlich haben sich die begleitenden und bildungsbezogenen Aufgaben der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) den Anforderungen der heutigen Arbeitswelt angepasst.

Der Anspruch über eine Eingliederungsmaßnahme wieder in ein festes Arbeitsverhältnis zu kommen, ist der vorrangige Wunsch für diesen Personenkreis. Die Wertschätzung und der soziale Status, die mit einer regelmäßigen Arbeit verbunden sind, bedeuten einen enormen Schritt in Richtung psychischer Stabilität und Rückkehr in ein strukturiertes und weit gehend normales Leben.

Nach dem damaligen Start 1987 mit 23 Beschäftigten ist die Zahl der Beschäftigten stetig gewachsen. Infolgedessen wurden aus dem ISR im Laufe der Jahre weitere Standorte in Löhne, Eickum, Gewerbegebiet Heidsiek und im Gebäude des Werkplatzes Herford mit aufgebaut und dort Arbeitsangebote für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung fortgesetzt. Aus einem reinen Beschäftigungsangebot mit dem Ziel einen beschützten Arbeitsplatz anzubieten, ist eine komplexe Bildungseinrichtung entstanden, die sich verschiedenen Arbeitsmärkten und Integrationsangeboten geöffnet hat.

Aktuell arbeiten im ISR 117 Beschäftigte in folgenden Arbeitsfeldern: industrielle Fertigung, Verpackung- und Montage, Elektromontage, Floristik und Werbeservice. Die Herforder Werkstätten gehören in der heimischen Industrie zu einem der erfolgreichsten Zulieferbetriebe. Der ISR verfügt über langjährige Kundenkontakte zu auftraggebenden Firmen.

Die Menschen mit psychischer Behinderung können im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben berufliche Ziele verfolgen, die in einer Anstellung in der Werkstatt, in einem externen ausgelagerten Arbeitsplatz der Werkstatt oder in einem Integrationsarbeitsverhältnis oder einer Anstellung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt münden. Die fachliche psychosoziale Begleitung wird durchgeführt von Fachkräften für Arbeitsförderung, Sozialarbeitern, Psychologen sowie Ergotherapeuten. Zum Angebot gehört auch eine individuelle Bildungsplanung und Förderung am Arbeitsplatz.

30 Jahre persönliche und berufliche Begleitung sind eine Herausforderung und gleichzeitig ein Erfolg in der Behindertenarbeit. Es findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Gemeindepsychiatrischen Verbund, GPV Herford, und dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Herford statt. Und auch durch die Kooperation mit dem Klinikum Herford, Tageskliniken, allen Wohn- und Betreuungseinrichtungen des Kreises, den gesetzlichen Betreuern, Betreuungsgerichten sowie Verwaltungen der Kommune und des Kreises ist der Industrieservice Radewig ein fester Bestandteil im psychiatrischen Netzwerk im Kreis Herford.

Das Betriebsjubiläum wurde am 12.10.2017 auf dem Gelände des ISR am Jöllenbecker Weg 2a mit geladenen Gästen aus Politik, Stadt, Kreis, Kunden und Mitarbeitenden und Beschäftigten im Rahmen eines fröhlichen Oktoberfestes gefeiert.

Nachfolgend einige Impressionen des Festtages:

 

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Lebenshilfe Herford e. V. | Ackerstraße 31 | 32051 Herford | Tel. 05221 9153 0 | [email protected]