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Methoden

Im Regelfall ist der Lebensraum des betroffenen Kindes die Familie. Sie ist durch die Beeinträchtigung des Kindes besonders psychischen, physischen und sozialen Belastungen ausgesetzt. Um familienorientiert zu arbeiten ist es deshalb sinnvoll, die Kinder in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld zu fördern (mobile Hausfrühförderung). Der bekannte Lebensraum stellt für das Kind eine Sicherheit dar, darüber hinaus kann die Alltagssituation der Familie mit einbezogen werden und die in der Frühförderung bearbeiteten Themen in den Alltag integriert werden.

Daneben sind für viele Kinder ambulante Fördermaßnahmen durchaus angebracht (ambulante Frühförderung).

Kindergartenkinder können im Kindergarten betreut werden, wenn vor Ort geeignete Räume zur Verfügung stehen. Wünschenswert ist die Teilnahme der Bezugsperson. Ist dies nicht möglich, sind regelmäßige Elterngesprächen initiiert.

Ausgangs- und Orientierungspunkt der Förderung ist die jeweilige Situation des Kindes. (Wo steht und was braucht dieses Kind?).

Basale Stimulation

Hier lernt das Kind auf elementarster Ebene durch gezielte einfache Anregungen, den eigenen Körper mit all seinen Sinnen wahrzunehmen (Fühlen, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken).

Gestalttherapie

Die Gestalttherapie ist ein tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren. Sie ist nicht ausschließlich auf Sprache angewiesen. Im Zentrum der Arbeit steht der Prozess, durch kreative Mittel / Materialien, mit verdrängten Phantasien, Wünschen und Ängsten in Kontakt zu kommen und kreative Lösungsmöglichkeiten zur Konfliktlösung zu entwickeln.

Heilpädagogische Übungsbehandlung

Hierunter versteht man eine Methode der systematischen Hilfen. Unter Berücksichtigung der individuellen Möglichkeiten werden im Spiel neue Kenntnisse, Fähigkeiten und sinnvolle Verhaltensweisen geweckt, entwickelt und gefestigt. Die heilpädagogische Übungsbehandlung legt Wert auf die Gesamtförderung, das heißt: die emotionalen, sensorischen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten finden gleichermaßen Berücksichtigung.

Heilpädagogisches Reiten

Mit Hilfe des Pferdes können individuell auf jedes Kind abgestimmte Bedingungen geschaffen werden, um ihm zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung zu verhelfen. Das therapeutische Reiten bietet Kindern mit sensorischen Integrationsstörungen – und auch Kindern mit Lern- und Verhaltensauffälligkeiten – gegenüber anderen Therapiemaßnahmen erhebliche Vorteile durch die Vielfalt von sensorischen Impulsen, die mit keinem anderen „Übungsgerät“ in einer derart komplexen Form erreicht werden können.

Kunsttherapie

„Ein Kind, auch wenn es nicht sprechen kann, drückt beim Malen seine Seele aus. Es kann dadurch eine Verbindung zu sich, zu den Erwachsenen, zur Welt aufbauen.“
Kunsttherapie ist von Nutzen, wenn angstauslösende Erlebnisse geklärt und verarbeitet werden müssen. Gefühle können frei ausgedrückt werden, eine Konfliktverarbeitung kann auf symbolischer Ebene stattfinden, eine Entlastung von belasteten Lebensereignissen kann stattfinden, ängstliches oder zwanghaftes Verhalten kann abgebaut werden. Es findet eine Förderung der Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit statt. Die Handlungsfähigkeit kann somit erweitert werden.

Lösungsorientierter Ansatz

Der lösungsorientierte Ansatz passt sehr gut zu der Art wie Kinder denken und die Welt sehen. Kinder sprechen nicht gerne über Probleme. Sie schauen immer nach vorn und packen die Schwierigkeiten fast nie analytisch an. Der lösungsorientierte Ansatz entspricht ganz und gar der kindlichen Handlungsweise.

Motopädagogik

In der Sensomotorik wird die Wechselwirkung und Beziehung zwischen Wahrnehmung und Bewegungsabläufen ausgedrückt. Vielfältige Sinnesreize regen das Kind zu einer eigenen Aktivität an. In der Psychomotorik wird der Zusammenhang zwischen dem Erleben und der Bewegung deutlich. Das eigene Ausprobieren motiviert das Kind zu immer neuen Experimenten und komplexen Handlungen, die Selbständigkeit anregen und die Psyche positiv beeinflussen. Ziel ist es, die Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit des Kindes zu verbessern, das eigene Tun und Erleben über die Bewegung zu erfahren. Durch Wahrnehmen, Fühlen, Ausprobieren, Planen und Bewegen findet das Kind zum eigenen selbständigen Handeln. Das bewirkt eine Steigerung der Ich-, Sach- und Sozialkompetenz.

Psychomotorik nach Aucouturier

Diese psychomotorische Therapie ist vorgesehen für Kinder mit Störungen in der somato-psychischen Interaktion. Sie verfolgt das Ziel, auf symbolischer Ebene freud- und lustvolle Affekte im Körper zu verankern. Diese geschieht über die interaktive Beziehung zwischen Kind und Therapeut.

Sensorische Integration

Sensorische Integration ist das Zusammenführen, Ordnen und Strukturieren der Informationen, die uns über unsere Wahrnehmungsorgane bzw. Rezeptoren erreichen. Dabei handelt es sich um Empfindungen, die sich innerhalb des Organismus abzielen und die Eindrücke die durch die Umwelt hervorgerufen werden. Kinder mit einer sensorischen Integrationsstörung sind nicht in der Lage, Sinnesreize adäquat zu ordnen und zu verarbeiten. Durch individuell angepasste Reize (das kann ein Mehr oder Weniger an Reizen bedeuten), soll dem Kind geholfen werden, die mangelnde bzw. gestörte Wahrnehmungsverarbeitung zu korrigieren.

Spieltherapie

In der Personenzentrierten Spieltherapie wird davon ausgegangen, dass das Spiel ein natürliches Mittel zur Selbstdarstellung des Kindes ist. Dem Kind wird die Möglichkeit geboten angesammelte negative Gefühle „auszuspielen“. Dadurch gelangen Emotionen an die Oberfläche. Das Kind kann sich ihnen stellen und lernen sie zu beherrschen oder sie aufzugeben. Ist eine psychische Druckentlastung erreicht, beginnt es, seine Fähigkeiten zu entdecken und eine eigenständige Persönlichkeit zu entfalten.

Sprachanbahnung / Sprachförderung

Bei der Sprachanbahnung werden Hilfen gegeben, die die Kommunikationsfähigkeit des Kindes stärken soll. Für das aktive Sprechen ist die Beherrschung der Mundmotorik Voraussetzung.

Die Entdeckung der Sprache (B. Zollinger)

Sprache entwickeln bedeutet nicht einfach Wörter und Sätze sprechen zu lernen. Sprache und Sprechen sind zwei ziemlich unterschiedliche Vorgänge. Ein Kind kann, wenn es ein Auto sieht, das Wort „Auto“ sprechen. Die Sprache macht aus, dass es von einem Auto sprechen kann, wenn dieses nicht da ist. Es muss sich etwas nicht Vorhandenes vorstellen können und muss die Lust haben, es jemand anderem zu erzählen.

Im Spiel wird das Lernen der Sprache durch entsprechendes Spielangebot unterstützt.

Tiergestützte Pädagogik / Therapie

Die Einbeziehung von Tieren bietet Kindern die Möglichkeit sich zu öffnen und Beziehungen einzugehen. Oft bieten Tiere die erste Möglichkeit um Kommunikation einzuüben und zu festigen. Die positiven Erlebnisse aus dieser Beziehung können dann auch auf andere Menschen übertragen werden.

Wahrnehmungsförderung

Durch gezielte Wahrnehmungsförderung soll das Kind dazu kommen, kinästhetische, taktile, auditive und visuelle Reize aufzunehmen, zu erkennen, zu unterscheiden und zu interpretieren.

Arbeit mit den Eltern

Durch die Geburt eines Kindes mit Behinderung oder durch die Feststellung einer Entwicklungsverzögerung ändert sich die Lebenssituation für die ganze Familie. Dies bedeutet eine besondere Belastung für alle Beteiligten. Beratung und Begleitung, sowie Unterstützung und Hilfe für die gesamte Familie sollen möglichst früh einsetzen, um Ängste abzubauen, Hilflosigkeit zu überwinden, Fehlverhalten zu vermeiden und die Fähigkeiten zur Selbsthilfe zu Stärken. Dies kann geschehen durch:

  • Gespräche und Beratung zur Bewältigung persönlicher und familiärer Probleme
  • Information und Beratung über Fördermöglichkeiten des Kindes
  • Anregungen und Anleitung der Eltern zur Förderung ihres Kindes und Hilfen bei der Erziehung
  • Lösungsorientierte Beratung (systemischer Familiencoach)
  • Information und Beratung über finanzielle Hilfen (Beratungsstelle der Lebenshilfe Herford)

Die Frühförderstelle bietet individuelle Elternberatung, aber auch einen Elterngesprächskreis an, wo die Eltern die Gelegenheit haben, Kontakte zu knüpfen, über Erfahrungen und Probleme zu sprechen und neue Perspektiven zu finden.

Bestandteil der Frühförderung ist die Teilnahme der Eltern an einem Gordon-Familien-Training. Hier bietet sich die Möglichkeit, die „Haltung“ und die Erziehungsgewohnheiten zu überdenken und gegebenenfalls in kleinen Schritten zu verändern. Das Gordon – Familientraining wird regelmäßig in der Frühförderstelle von einer autorisierten Gordon Familientrainerin angeboten.

Systemisch – lösungsorientierter Ansatz

In der lösungsorientierte Beratung werden Konflikte nicht aus der Lebensgeschichte der Klienten erklärt, sondern als Ausdruck eines Beziehungsproblems verstanden. Problematisches Verhalten wird nicht mit Krankheitsmodellen erklärt. Symptome werden somit als ein Ausdruck der Struktur der Beziehungen in der Familie gesehen. Eine Veränderung bei einem Kind tritt dann ein, wenn sich die Interaktionsmuster im System ändern.