Leuchtturmprojekt der Lebenshilfe: Palliative Begleitung gewinnt an Tiefe und Herz

Bewohnerin Ingeborg
Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer würdevollen Begleitung am Lebensende ist erreicht: Das Leuchtturmprojekt der Lebenshilfe zur palliativen Begleitung schreitet sichtbar voran. Ende Januar fand in der Ackerstraße eine mehrtägige Inhouse-Schulung zum Basiskurs Palliative Care statt – durchgeführt vom Hospiz- und Palliativ-Verein Gütersloh e. V. Für die Teilnehmenden wurde es zu einer intensiven Reise, die weit über reines Fachwissen hinausging.

Bewohnerin Eva Maria
Ende Januar kamen achtzehn Mitarbeitende aus verschiedenen Wohneinrichtungen zusammen, um sich mit einem der sensibelsten Themen ihrer täglichen Arbeit auseinanderzusetzen: der Begleitung von Klientinnen und Klienten in ihrer letzten Lebensphase. Geleitet wurde der Kurs von Evelyn Dahlke und Mareike Neumayer vom Hospiz- und Palliativ-Verein Gütersloh e. V., die mit großer fachlicher Kompetenz und spürbarer Empathie durch die fünf Seminartage führten.
Schon zu Beginn wurde deutlich, dass Palliative Care mehr ist als ein Konzept – es ist eine Haltung. Nach einem Einblick in die Geschichte und Entwicklung der palliativen Versorgung entstand im Seminar eine fiktive Bewohnerin: Ingeborg. An ihrer Seite stand ihre Schwester und Angehörige Eva Maria. Diese beiden Figuren begleiteten die Gruppe durch die gesamte Fortbildung. Schnell wurden sie mehr als nur ein Beispiel aus dem Lehrbuch – sie wurden zu vertrauten Begleiterinnen, an denen sich Theorie und Praxis greifbar verbinden ließen.

Mundpflege zum Testen
Anhand von Ingeborg und Eva Maria wurden zentrale Themen lebendig: Was bedeutet Lebensqualität am Ende des Lebens? Wie gehen wir mit unserer eigenen Endlichkeit um? Welche ethischen Fragen stellen sich, wenn es um Essen und Trinken geht? Wie lassen sich Entscheidungen verantwortungsvoll treffen, wenn Kräfte schwinden und Bedürfnisse sich verändern? Auch Themen wie Trauer und Trauerbegleitung, Schmerzen und ihre Behandlung, Symptome am Lebensende, pflegerische Praxis des Wahrnehmens und Berührens sowie Rituale des Abschieds standen im Mittelpunkt.

Abschiedskultur
Immer wieder wurde gemeinsam überlegt, was Ingeborg in ihrer letzten Lebensphase guttun könnte – und wie ihre Schwester Eva Maria als Angehörige unterstützt werden kann. So wurde deutlich: Palliative Care richtet den Blick nicht nur auf den erkrankten Menschen, sondern auch auf die An- und Zugehörigen. Es geht um ein Netz aus Fürsorge, Verständnis und Begleitung, das alle Beteiligten trägt.
Zum Abschluss der Schulung verabschiedeten sich die Teilnehmenden symbolisch von Ingeborg. In gestalteten Abschiedsfeiern wurde noch einmal Raum für Gefühle, Erinnerungen und Wertschätzung geschaffen. Danach stellten die Mitarbeitenden die erarbeiteten Inhalte den Leitungskräften vor. Schließlich folgte ein feierlicher Moment: die Übergabe der Zertifikate – verbunden mit Stolz, Dankbarkeit und dem Bewusstsein, an etwas Bedeutendem mitzuwirken.
Die Tage waren dicht, intensiv und bewegend. Viele Teilnehmende zeigten sich beeindruckt davon, wie tief die Themen gingen und wie sehr die Beispiele berührten.
Zum Abschluss gilt ein herzlicher Dank den Dozentinnen Evelyn Dahlke und Mareike Neumayer für ihre einfühlsame und fachkundige Begleitung. Ebenso wird dem Palliativnetz Kreis Herford e. V. gedankt, dass die Fortbildung durch seine Förderung möglich gemacht hat.

Kurs mit Geschäftsführung Wohnen Frau Schwerdter und Hausleiter Haus Holtkamp Herr Turrek, stellvertretende Hausleitung Haus Oetinghauserweg Frau Eimertenbrink, Beratende Pflegefachkraft Wohnen Frau Kindervater Nicht auf den Foto, Frau Jaksties, Hausleitung Haus Spatzenberg
Das Leuchtturmprojekt der Lebenshilfe zeigt: Würde, Nähe und Menschlichkeit am Lebensende sind keine abstrakten Ideale. Sie werden im Alltag gelebt – durch Menschen, die bereit sind hinzuschauen, zuzuhören und zu begleiten.
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